Rechtsanwalt: Arbeitsrecht Kosten

Arbeitsrecht

Kosten

Damit Sie bereits vorab einen Überblick über die Sie zu erwartenden Kosten einer Mandatierung im Arbeitsrecht haben, finden Sie nachfolgend ein praktisches Beispiel da verdeutlicht, wie sich unser Honorar zusammensetzt. Unser Honorar hängt davon ab, ob wir für unsere Tätigkeit die gesetzliche Vergütung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abrechnen oder eine individuelle Vergütungsvereinbarung mit Ihnen abschließen.

Selbstverständlich werden wir bereits im Rahmen der Erstberatung auch die Kosten für eine außergerichtliche oder gerichtliche Beratung und Vorgehensweise mit Ihnen besprechen.

Vergütung nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz unterscheidet zwischen Wertgebühren und Betragsgebühren. Im Arbeitsrecht fallen in aller Regel Wertgebühren an. Diese hängen von dem Gegenstandswert (dem sogenannten Streitwert der Sache) ab. Darunter ist der der objektive Geldwert der Angelegenheit zu verstehen.

Vereinbarte Vergütung

Eine individuelle Vergütungsvereinbarung vereinbaren wir immer dann mit Ihnen, wenn die gesetzliche Vergütung unserem Zeit- und Arbeitsaufwand nicht gerecht wird. Dies kann zum Beispiel im Rahmen einer vereinbarten Pauschale oder eines festgelegten Stundenhonorars für die konkrete Tätigkeit vereinbart werden. Dies wird ausführlich mit Ihnen besprochen, bevor Ihnen konkrete Kosten (außer der Erstberatung) entstehen.

Erstberatung

Die Erstberatung dient der erstmaligen rechtlichen Prüfung Ihres Falls und Sichtung Ihrer Unterlagen. Wir klären Sie über die Rechtslage auf, damit Sie entscheiden können, ob und wie Sie in dieser Sache weiter vorgehen möchten. Unser Honorar für die Erstberatung hängt dem Umfang der Angelegenheit ab und beträgt in der Regel 190,00 Euro (zuzüglich Umsatzsteuer). Weitere Gebühren können anfallen, falls im Anschluss an das erste Beratungsgespräch weitere Besprechungen stattfinden sollten. In diesem Fall werden wir Sie selbstverständlich im Vorfeld über diese Kosten aufklären und mit Ihnen abstimmen.

Wenn wir Sie außergerichtlich vertreten, dann führen wir Schriftverkehr und Verhandlungen mit Gegnern oder Behörden. Unser Ziel ist es, Ihre Ansprüche ohne Gerichtsverfahren und kostengünstig durchzusetzen. Sofern Verjährung droht oder Ausschlussfristen laufen, werden wir Ihre Ansprüche fristwahrend und formgerecht geltend machen. Wir prüfen ebenfalls, ob und in welchem Umfang Ihre Rechtsschutzversicherung unser Honorar übernimmt.

Sie haben eine offene Forderung in Höhe von 3.000,00 Euro, die Gegenseite ist jedoch bereit diese zu begleichen. Sofern Sie uns beauftragen für Sie diese Forderung im außergerichtlichen Verfahren geltend zu machen, fallen die im nachstehenden Beispiel dargestellten Kosten für Sie an.

Sofern wir die gesetzliche Vergütung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abrechnen, hängt unser Honorar von dem Gegenstandswert und dem Gebührensatz ab: Der Gegenstandswert entspricht Ihrer Forderung, also 3.000,00 Euro. Für die außergerichtliche Vertretung fällt eine Geschäftsgebühr an, die in der Regel 1,3 Gebühren beträgt. Gemäß der Gebührentabelle des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes beläuft sich eine 1,0-Gebühr bei einem Gegenstandswert bis 3.000,00 Euro auf 201,00 Euro und demzufolge eine 1,3-Gebühr auf (201,00 Euro x 1,3 =) 261,30 Euro (zuzüglich 19 % Umsatzsteuer). Hinzu kommt noch eine Auslagenpauschale für Porto- und Telefonkosten von 20,00 Euro (zuzüglich 19 % Umsatzsteuer). Unser Honorar für die außergerichtliche Vertretung beliefe sich hiernach auf 281,30 Euro (zuzüglich 19 % Umsatzsteuer).

Im Falle, dass sich die Gegenseite bereits von unserer Beauftragung in Zahlungsverzug befand, ist diese in der Regel auch verpflichtet, Ihnen die entstandenen Kosten für die Beauftragung eines Rechtsanwalts zu erstatten.
Zu beachten ist, dass die Rechtsschutzversicherung nur die Ihnen entstandene Kosten in Höhe der gesetzlichen Vergütung übernimmt. Darüberhinausgehende individuell vereinbarte Vergütungen haben Sie selbst zu tragen.

Können sich die Parteien außergerichtlich einigen und so einen Rechtsstreit vor Gericht vermeiden, fällt zusätzlich eine Einigungsgebühr an. Hierdurch wird honoriert, dass ein Gerichtsverfahren mit höheren Kosten und womöglich ungewissem Ausgang vermieden worden ist. Die Höhe der Einigungsgebühr hängt von unserem Vergütungsmodel ab. Auch insoweit gilt: Kostenauslösende Maßnahmen werden wir stets vorab mit Ihnen abstimmen.

Verständigen wir uns mit der Gegenseite auf eine Ratenzahlung Ihrer Forderung oder auf eine reduzierte Einmalzahlung, dann fällt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz zusätzlich eine sogenannte Einigungsgebühr an. Diese ist in dem Beispielsfall eine 1,5-Einigungsgebühr von (201,00 Euro x 1,5 =) 301,50 Euro (zuzüglich 19 % Umsatzsteuer) Wer die Zusatzkosten zu tragen hat, hängt von der Kostenregelung in dem Vergleich ab.

Sofern eine außergerichtliche nicht zielführend erscheint und sich eine gerichtliche Entscheidung nicht vermeiden lässt, entstehen im Falle einer Vertretung vor dem jeweiligen Gericht die folgenden Kosten: Für die Klageerhebung oder -erwiderung fällt eine 1,3-Verfahrensgebühr und für die Wahrnehmung sämtlicher Gerichtstermine eine 1,2-Terminsgebühr an.

Sie haben eine offene Forderung in Höhe von 5.000,00 Euro und die Gegenseite weigert sich beharrlich und endgültig die Forderung außergerichtlich zu bezahlen. Sofern Sie die Forderung klageweise geltend machen möchten, löst dies im Regelfall 2,5 Gebühren aus (1,3 Verfahrensgebühr + 1,2 Terminsgebühr), die sich bei einem Wert von 5.000,00 Euro auf insgesamt 757,50 Euro (inklusive der Auslagenpauschaule in Höhe von 20,00 Euro netto) zuzüglich 19% Umsatzsteuer.

Die vor Gericht unterlegene Partei bekommt regelmäßig die gesamte Kostenlast aufgebürdet. Hierunter fallen die Anwaltskosten des Klägers, des Beklagten und die Gerichtskosten. Wenn die Klage Erfolg hat, ist die Gegenseite verpflichtet, sämtliche Kosten zu übernehmen. Sofern die Klage nicht vollumfänglich erfolgreich war, werden die Kosten anteilig des Obsiegens und Unterliegens gequotelt.

Bitte beachten Sie, dass bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten in der ersten Instanz (vor dem Arbeitsgericht) jede Partei seine Kosten selbst zu tragen hat. Dies bedeutet, auch wenn die vollumfänglich in der ersten Instanz obsiegen sollten, müssen Sie die bis dahin entstandenen Kosten selbst tragen und nicht der unterlegene Gegner.

Ist in derselben Angelegenheit bereits eine Geschäftsgebühr für die außergerichtliche Vertretung ausgelöst worden, dann wird diese zur Hälfte auf die Verfahrensgebühr angerechnet: Die Verfahrensgebühr ermäßigt sich dann also um die Hälfte der Geschäftsgebühr.

Bei einer Einigung der Parteien vor Gericht (sog. Prozessvergleich) fällt zusätzlich eine Einigungsgebühr von 1,0-Gebühren an. Dafür ermäßigen sich im Gegenzug regelmäßig die Gerichtskosten, wenn und weil das Gericht kein Urteil mehr fällen muss.