Scheidungskosten: Fachanwalt für Familienrecht

Scheidung

Scheidungskosten

Die folgenden Erklärungen sind stark am Gesetz orientiert.

Dies lässt sich aber an dieser Stelle nicht vermeiden um aufzuzeigen, dass die Nachvollziehbarkeit der Scheidungskosten aufgrund bestehender Gesetze immer gegeben ist. Was die Rechnungsstellung per se transparent werden lässt. Hieran orientiert sich auch eine Rechtsschutzversicherung, falls Sie über eine solche verfügen. Beispielsberechnungen oder vorausschauende Berechnungen, anhand Ihres individuellen Falles, können jederzeit gerne erfolgen.

Die Gebühren der Rechtsanwälte, für die Vertretung vor Gericht und die außergerichtliche Vertretung, sind gesetzlich durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festgelegt. Gesetzlich festgelegt bedeutet es, dass jeder Anwalt in Deutschland für diese Tätigkeiten dieselben gesetzlichen Gebühren mindestens in Rechnung stellen muss. Die Höhe der Gebühr stellt jeweils einen geringeren Anteil des sogenannten Verfahrenswertes dar.

Grundlage der Gebührenberechnung, sowohl der Anwaltsgebühren als auch der Gerichtskosten, ist der Streit- oder Gegenstandswert, d.h. der Wert dessen, um was die Beteiligten streiten. Für die einzelnen Streit- und Gegenstandswerte hat der Gesetzgeber in Gebührenverzeichnissen Gebührensätze für die einzelnen Tätigkeiten sowie die Gebührenhöhe festgelegt. Es gilt für Verfahren, die dem FamFG unterliegen, das Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG; Art. 2 ReformG).

In sämtlichen Familiensachen, einschließlich der Vollstreckung durch das Familiengericht und für bestimmte Verfahren vor dem Oberlandesgericht, werden Scheidungskosten (Gebühren und Auslagen) nur nach diesem Gesetz erhoben, soweit nichts anderes bestimmt ist.

Der Verfahrenswert für die Scheidung basiert vorwiegend auf dem zusammengerechneten dreifachen Nettoeinkommen beider Eheleute (§ 43 FamGKG) und darf nicht unter 2.000,00 € und nicht über 1 Mio. € angenommen werden.

Zusammen mit der Scheidung ist der Versorgungsausgleich von Amts wegen zu regeln. Nach § 50 FamGKG sind als Wert für jedes Anrecht 10 % des in 3 Monaten erzielten Nettoeinkommens der Ehegatten anzusetzen. Für den schuldrechtlichen Ausgleich (§§ 20 ff. VersAusglG) sind je Anrecht 20 % anzusetzen. Der Wert muss jedoch mindestens 1.000,00 € betragen.

Nach der Feststellung des jeweiligen Verfahrenswertes, der im FamGKG als Anhaltspunkt zu finden ist, aber letztendlich gerichtlich festgesetzt wird, werden die Gebühren, die einem Rechtsanwalt gesetzlich zustehen, entsprechend der angefallenen Tätigkeit (außergerichtlich, gerichtlich usw.) errechnet.

Der Wert für eine Ehescheidung kann, stark vereinfacht, nach folgender Formel berechnet werden:

Monatliches Nettoeinkommen des Ehemannes (4.000,00 Euro) + monatliches Nettoeinkommen der Ehefrau (3.000,00 Euro) x 3 = Verfahrenswert in Höhe von 21.000,00 €.

Die Anwaltskosten für die Ehescheidung als solche liegen hier bei insgesamt 2.231,25 Euro. Dies beinhaltet sein Auftreten vor Gericht, seine Tätigkeit im gesamten Verfahren und seine Auslagen im Wert von 20,00 Euro.

Die Anwaltskosten in Höhe von 2.231,25 Euro bergen folgende Aufteilung, angelehnt an den Verfahrenswert:

 

Verfahrensgebühr (1.3) = 964,60 €
+ Terminsgebühr (1.2) = 890,40 €
+ Auslagen 0,10 % 20,00 €
Zwischensumme 1.875,00 €
+Umsatzsteuer 19 % = 356,25 €
Gesamtkosten: 2.231,25 €

 

In welcher Höhe der Wert für den Versorgungsausgleich noch hinzuzurechnen ist, kann erst gesagt werden, wenn das Gericht diesen festgesetzt hat.

Daneben, beziehungsweise darüber hinaus, gibt es die Möglichkeit, Honorarvereinbarungen zu schließen.

Die Honorarvereinbarung stellt eine Absprache dar. Das bedeutet, dass eine Einigung zwischen Ihnen und Ihrem Rechtsanwalt entsteht, Sie somit als Vertragspartner die Kosten mit verhandeln dürfen. Die Art und Weise der Gestaltung ist ebenfalls gesetzlichen Grenzen unterworfen.

Eine Honorarvereinbarung kommt dann in Betracht, wenn die Tätigkeit voraussichtlich einen Umfang erreichen wird, der durch die gesetzlich erzielbare Gebühr nicht gedeckt ist. Honorarvereinbarungen können den Vorteil bergen, von vorneherein die gesamten Kosten für die gesamte Tätigkeit zu definieren und somit eine Planungssicherheit zu erzielen.