Versorgungsausgleich: Fachanwalt für Familienrecht

Scheidung

Versorgungsausgleich

Der Versorgungsausgleich regelt den Ausgleich der Rentenanwartschaften, die in der für den Versorgungsausgleich relevanten Ehezeit durch die Ehegatten erworben wurden. Der Versorgungsausgleich definiert also einen Anspruch auf den Ausgleich der erwirtschafteten Anwartschaften in der Altersvorsorge. Der hierfür relevante Zeitpunkt liegt zwischen dem ersten des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Antrag auf Ehescheidung zugestellt wird.

Der Ausgleich findet in Form eines Hin- und Her-Ausgleichs statt: Jeder Ehegatte erhält von dem anderen und jedem erwirtschafteten Anrecht jeweils die Hälfte. Jeder Ehegatte ist dementsprechend ausgleichspflichtig.

Sie werden bei der Ehescheidung zumindest einmal gefragt, ob der Versorgungsausgleich wirksam ausgeschlossen wurde, weil das Verfahren hier von Amtswegen betrieben wird.

Es besteht aber der Vorrang einer Vereinbarung zwischen den Eheleuten. Sollten Sie den Versorgungsausgleich ausschließen wollen, ist dies gegebenenfalls möglich.

Nach § 6 II VersAusglG gilt die Privatautonomie auch im Versorgungsausgleich

Das Familiengericht ist an einen vertraglichen Ausschluss gebunden, wenn keine Wirksamkeits- und Durchsetzungshindernisse bestehen.

Generell erwirbt jeder Ehegatte 5 Versorgungen für das Alter:

  1. Anwartschaft aus gesetzlicher Rentenversicherung

  2. Eigene betriebliche Altersversorgung

  3. Durch den Versorgungsausgleich erworbene betriebliche Altersversorgung beim betrieblichen Altersversorger des geschiedenen Ehegatten

  4. Die eigene private Altersversorgung

  5. Die durch den Versorgungsausgleich erworbene private Altersversorgung.

Ob Sie durch vertragliche Vereinbarungen Kosten sparen können, muss anhand Ihres Einzelfalles geprüft werden.