Kindesunterhalt: Fachanwalt für Familienrecht
Unterhalt

Kindesunterhalt

Minderjährige Kinder haben einen Anspruch auf Zahlung eines Unterhalts gegenüber dem Elternteil, bei dem das Kind sich nicht überwiegend aufhält. Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts richtet sich nach dem unterhaltsrechtlich bereinigten Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils und dem Alter des Kindes.

Eine unterhaltsrechtliche Bereinigung Ihres Nettoeinkommens erfolgt unter Zuhilfenahme desselben Programms, das auch die umliegenden Gerichte und Behörden verwenden. Dies ermöglicht ein korrektes Arbeiten auf Augenhöhe.

Das Programm ist keinesfalls vergleichbar mit einem Unterhaltsrechner im Internet. Die einzugebenden Informationen sind so individuell, umfangreich und detailreich, dass eine rechtssichere Anwendung auch unter Juristen einer gewissen Routine bedarf. Das Ergebnis ist allerdings umso genauer.

Maßgeblich zu berücksichtigen sind hier die Düsseldorfer Tabelle und die Leitlinien der Oberlandesgerichte. Übersteigt das Einkommen des verpflichteten Elternteils die Einkommensgrenze der Düsseldorfer Tabelle, ist nach Bedarf zu bezahlen. Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, der sogenannte Mehrbedarf oder Sonderbedarf, sind gesondert zu berücksichtigen. Ebenso verhält es sich hinsichtlich der Krankenversicherung des Kindes.

An dieser Stelle nimmt das Wechselmodell, das aktuell kontrovers diskutiert wird, einen Einfluss. Die Unterhaltspflicht ist dann quotal zu berücksichtigen, jedenfalls anteilig zu berechnen. Der Unterhaltsanspruch eines Kindes ist an keinerlei Obliegenheiten gekoppelt, die das minderjährige Kind erfüllen müsste.

Volljährige Kinder haben ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen einen Unterhaltsanspruch. Ihr Anspruch ist an Obliegenheiten gekoppelt, die ein volljähriges Kind erfüllen muss. Das volljährige Kind muss seinen Anspruch selbst geltend machen. Die Eltern schulden dem volljährigen Kind über das 18. Lebensjahr hinaus nur Unterhalt, wenn es sich in einer Ausbildung befindet oder studiert, weil die Eltern dem Kind den Unterhalt nur bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluss schulden. Die Zahlung des Unterhalts ist von beiden Elternteilen zu erbringen, im Fall von getrenntlebenden Eltern auch von dem Elternteil, bei dem das Kind lebt. Der Naturalunterhalt in Form von Betreuung hat keine Bedeutung mehr. Maßgeblich für die Höhe des Unterhaltsanspruchs Volljähriger ist das zusammengerechnete Einkommen beider Elternteile. Beide Elternteile haften jedoch anteilig (quotal) unter Berücksichtigung ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse.