Scheidung und Sorgerecht

Kindeswohl - Die wichtigsten Fakten zum Thema Scheidung und Sorgerecht

Wenn es zu einer Scheidung kommt und aus der Ehe Kinder hervorgegangen sind, ist die Frage nach dem Sorgerecht durchaus prekär. Landläufig sind gerade im Hinblick auf das Sorgerecht nach der Scheidung zahlreiche falsche Meinungen im Umlauf, die jedoch jeglicher Grundlage entbehren. Fakt ist jedoch, dass beide Elternteile das Sorgerecht behalten und auch nach der Scheidung noch Einfluss auf die Erziehung des Kindes nehmen können sowie auch selbstverständlich ein Umgangsrecht haben.

Das Kindeswohl steht im Vordergrund

Kinder leiden bekanntermaßen unter der Scheidung ihrer Eltern am meisten und dementsprechend sollte, bei allem Streit um das Sorgerecht, das Kindeswohl auch im Vordergrund stehen. Eben jenes Kindeswohl steht jedenfalls vor dem Gesetz vordergründig und dementsprechend ist das geteilte Sorgerecht in den meisten Fällen die bestmögliche Lösung.

Viele Eltern wissen jedoch nicht, dass das Kind, in Bezug auf das Sorgerecht, ein Grundrecht darauf hat, beide Elternteile zu sehen. Dementsprechend hat selbst das Elternteil, bei dem das Kind nach der Scheidung der Eltern lebt, kein Recht darauf, dem geschiedenen Partner den Umgang mit dem Kind zu verweigern.

Scheidung ändert nichts am Sorgerecht

Grundsätzlich ist es ein Faktum, dass auch nach einer Scheidung beide Elternteile das Sorgerecht ausüben.

Dieses Sorgerecht umfasst sowohl die tagtägliche Sorge um die Gesundheit des Kindes als auch die Sorge um das Kindsvermögen nebst dem sogenannten Aufenthaltsbestimmungsrecht. Damit beide Elternteile nach der Scheidung dieses Sorgerecht ausüben können ist es jedoch zwingend erforderlich, dass diese vor der Trennung miteinander verheiratet waren.

Anders gestaltet sich der Fall, wenn beide Elternteile lediglich miteinander gelebt haben. In diesem Fall fällt das alleinige Sorgerecht auf die Mutter.

Der getrennte Vater müsste seine Ansprüche gerichtlich einklagen, da die Mutter in diesem Fall die Kindserziehung sowie das Sorgerecht nach eigenen Vorstellungen ausüben darf. Es ist jedoch auch denkbar, dass ein Elternteil nach einer geschiedenen Ehe das alleinige Sorgerecht für den gemeinsamen Nachwuchs beantragt und auch zugesprochen bekommt.

Dieser Fall setzt jedoch voraus, dass der Ex-Partner zuvor schwerwiegende Verfehlungen in seinem Charakter geäußert hat. Von Gewalt über mangelnde Kommunikationsbereitschaft bis hin zu Alkoholmissbrauch können zahlreiche Gründe für einen derartigen Härtefall vorliegen.

Glücklicherweise hat der Gesetzgeber für die Zeit nach der Scheidung bereits sehr viele Kriterien in Bezug auf die Kinder aufgestellt. Grundsätzlich ist es so, dass das Kind auch nach der Scheidung weiterhin in seinem gewohnten Umfeld leben soll. Dem getrennten Partner soll dabei jedoch ein Umgangsrecht eingeräumt werden. Idealerweise verständigen sich die Eltern auch nach der Scheidung im Hinblick auf das Sorgerecht darauf, dass beide Elternteile ihr Sorgerecht für das Kind zu gleichen Teilen ausüben.

Dies ist bedauerlicherweise in der Praxis jedoch gerade bei einer strittigen Scheidung nicht immer möglich, so dass auf jeden Fall anwaltliche Hilfe nach der Scheidung in Anspruch genommen werden sollte. Gerade wenn es um das Sorgerecht geht können sich Prozesse vor dem Familiengericht in die Länge ziehen. Niemand gewinnt bei solch einer Situation doch wenn die Kommunikation mit dem Ex-Partner nach der Scheidung erst einmal unmöglich geworden ist kann ein Fachanwalt für Familienrecht eine enorme Hilfe sein.