Besuchsrecht-Tipps

Besuchsrecht - Diese 5 Tipps helfen bei der Umsetzung

5 Tipps helfen den Eltern bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts

Mit Besuchsrecht ist der Umgang des Elternteils gemeint, bei dem das Kind nicht seinen Lebensmittelpunkt hat. Dass es nicht nur ein Recht auf diesen Umgang gibt, sondern auch eine Pflicht dazu besteht, ergibt sich aus dem Gesetz. Regelungen zur Ausgestaltung müssen die Eltern jedoch erst mal selbst ausmachen. Dabei helfen neben einer Beratung durch Jugendamt und Rechtsanwalt diese 5 Tipps.

1. Einvernehmliche Regelung

Eltern sollten sich trotz Scheidung um eine einvernehmliche Regelung für das Besuchsrecht bemühen. Diese lassen Spielräume offen, die für beide Elternteile vorteilhaft sein können. Falls etwas in der Praxis nicht so funktioniert, wie man sich vorgestellt hat, lassen sich Abmachungen hinterher leicht verändern und der jeweiligen Situation anpassen. Sollte es bei der Einigung Schwierigkeiten geben, ist eine Unterstützung durch das Jugendamt und eine Beratungsstelle oder einen Rechtsanwalt empfehlenswert.

Manchmal sind die Eltern emotional zu stark beeinflusst und benötigen die Hilfe eines neutralen Dritten, der das Kindeswohl im Auge behält. Erst wenn man sich über das Besuchsrecht gar nicht einig werden kann, sollte man den Rechtsanwalt beauftragen vor das Familiengericht ziehen. Das Familiengericht legt jedoch Regelungen ausschließlich im Hinblick auf das Kindeswohl fest und nimmt dabei keine Rücksicht darauf, wie es für die Eltern vorteilhafter wäre.

2. Rücksichtnahme auf das Alter des Kindes

Es ist absolut verständlich, dass der andere Elternteil so oft wie möglich vom Besuchsrecht Gebrauch machen möchte. Insbesondere wenn es sich um ein Baby und ein Kleinkind handelt, möchte mach viel Zeit mit diesem verbringen, weil die Zeit so schnell vorbei geht und um eine enge Bindung aufzubauen. Ein solcher Fall stellt leider häufig einen typischen Interessenkonflikt zwischen elterlichem Bedürfnis und Kindeswohl dar.

Bei der Ausgestaltung vom Besuchsrecht muss immer das Alter berücksichtigt werden. Babys und Kleinkinder dürfen nicht zu stark und zu oft aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden. Babys und Kinder, die jünger sind als ein Jahr, sollten nur wenige Stunden pro Woche in ihrem jeweiligen Zuhause besucht werden. Für Kleinkinder empfehlen sich mehrere Stunden, am besten über einen Tag in der Woche. Die Besuche sollten regelmäßig und immer zur selben Zeit stattfinden. Für Schulkinder eignet sich die Lösung, dass das Besuchsrecht jedes zweite Wochenende und über einen Teil der Ferien stattfindet.

Jugendliche können im optimalen Fall selbst bei der Ausgestaltung für das Besuchsrecht mitreden. Bei Unsicherheiten lohnt es sich, den Rechtsanwalt oder das Jugendamt zu fragen.

3. Rücksichtnahme auf die jeweilige Bindung

Bei sehr kleinen Kindern ist die Bindung oder Vertrautheit zum anderen Elternteil meistens noch nicht so stark entwickelt, wie bei einem Schulkind. Die Bindung sollte in diesem Fall langsam aufgebaut werden. Das Besuchsrecht wird idealerweise in einer vertrauten Umgebung durchgeführt.

4. Kontinuität

Der gewohnte Alltag des Kindes sollte so wenig wie möglich vom Besuchsrecht beeinflusst werden.

5. Die Eingewöhnungsphase

An das Besuchsrecht müssen sich alle erst gewöhnen und für sich selbst, sowie die anderen Beteiligten Verständnis aufbringen. Bei rechtlichen Fragen zum Besuchsrecht ist eine Beratung vom Rechtsanwalt zu empfehlen. In allen weiteren Belangen hilft auch das Jugendamt weiter.