Vorteile einvernehmliche Scheidung

Was sind die Vorteile einer einvernehmlichen Scheidung?

Scheiden tut weh. Aber durch eine einvernehmliche Scheidung kann der Trennungsschmerz in finanzieller und zeitlicher Hinsicht geschmälert werden. Doch was genau sind eigentlich die Vorteile einer einvernehmlichen Scheidung und was muss im Rahmen solch einer Scheidung beachtet werden?

Eine einvernehmliche Scheidung - Was zeichnet sie aus?

In Deutschland kann eine Scheidung nicht ohne Anwalt durchgeführt werden. Das Einreichen des Scheidungsantrags kann nur durch einen zugelassenen Rechtsanwalt bei Gericht eingereicht werden. Häufig beauftragt jeder der Ehepartner einen eigenen Anwalt, wodurch natürlich auch jeder der Partner einen Anwalt bezahlen muss. Eine einvernehmliche Scheidung zeichnet sich dadurch aus, dass die Ex-Partner sich einen Anwalt teilen, bzw. nur eine der Parteien einen Anwalt beauftragt und der andere auf seinen Rechtsbeistand verzichtet.

Welche Voraussetzungen hat eine einvernehmliche Scheidung?

Um solch eine einvernehmliche Scheidung durchführen zu können, sollten allerdings einige Grundvoraussetzungen gegeben sein. Zum einen muss das Paar seit mindestens einem Jahr voneinander getrennt leben und die Ex-Partner müssen sich in Fragen des Zugewinnausgleichs einig sein. Auch andere Fragen, wie die nach dem Trennungsunterhalt oder die nach dem nachehelichen Unterhalt, sollten vor dem Einreichen des Scheidungsantrages geklärt werden.

Weitere Punkte, die dafür sprechen, dass eine einvernehmliche Scheidung durchgeführt werden kann sind, dass Fragen des Sorgerechts und Umgangsrechts, die Höhe des Kinderunterhalts und die Fragen danach, was mit der ehelichen Wohnung bzw. einer gemeinsamen Immobilie geschehen soll, unter den Eheleuten bereits geklärt sind.

Was sind die Vorteile einer einvernehmlichen Scheidung?

Da die Dauer des Scheidungsverfahrens auch davon abhängt, über welche Punkte sich die Eheleute nicht einig sind und in der Folge durch ein Gericht geklärt werden müssen, dauern einvernehmliche Scheidungen in der Regel nicht so lange wie strittige. Eine einvernehmliche Scheidung, bei der kein Versorgungsausgleich vorgenommen werden muss, kann in der Regel innerhalb von zwei bis drei Monaten über die Bühne gebracht werden.

Eine einvernehmliche Scheidung mit Versorgungsausgleich dauert meist rund sechs bis zwölf Monate. Handelt es sich um ein reguläres Scheidungsverfahren, beim noch strittige Fragen geklärt werden müssen, kann die Dauer des Scheidungsverfahrens durchaus mehrere Jahre dauern. Eine einvernehmliche Scheidung kann den Beteiligten also jede Menge Zeit ersparen.

Auch der Kostenfaktor kann durch die Beauftragung nur eines Anwalts anstatt zweier Rechtsanwälte reduziert werden.

Einvernehmliche Scheidung bei strittigen Rechtsfragen nicht sinnvoll

Sind sich die Eheleute über essentielle Fragen wie das Sorgerecht für gemeinsame Kinder nicht einig, kommt eine einvernehmliche Scheidung meist nicht in Frage. In diesem Fall braucht jede der Parteien einen Anwalt, der sich explizit für die Interessen seines Mandanten einsetzt. Fragen, die über das eigentliche Scheidungsverfahren hinausgehen, werden nur vor Gericht entschieden, wenn von den Parteien dementsprechende Anträge gestellt werden.